Band

Biography

Voice, sicherlich für eine Metal-Band ein eher untypischer Name, aber damals 1989 fand man das ziemlich cool, zumal sich der Name auf den stark ausgeprägten Satzgesang der Band bezog. Zu dieser Zeit spielte man auch noch den einen oder anderen Cover-Song und die Eigenkompositionen waren eher Nebensache, doch die Mitglieder der Band, durch unterschiedlichste Musikrichtungen beeinflusst, bauten sich nach und nach ihren eigenen Stil auf. Am Anfang noch eher main-stream gebürstet und mit einer guten Portion Hair-Metal Melodien versehen, kam mit dem Eintritt von Thommy Neuhierl zu Beginn der 90er das eine oder andere härtere Riff ins Spiel. Mehr und mehr progressive Parts fanden ihren Weg in die Kompositionen, doch die prägende Stimme von Oliver Glas und ausgefeilte mehrstimmigen Passagen zeigten noch immer klar die Wurzeln der Band auf. Nach der Teilnahme an einigen Band Competitions, Open Airs und diversen Club Gigs hatte man sich einige Taler zusammengespart und konnte die Aufnahme von „Prediction“, das erste Album damals noch in Eigenregie produziert, angehen. Jens Bachmann und das „Blue House“ Studio in Meerane waren der Anlaufpunkt, den man auch für die weiteren drei Alben ansteuerte.

Jens war den Jungs von Voice als Gitarrist von anderen Bands bekannt, man hatte schon einige Male die Bühne miteinander geteilt und er war der härteren Gangart ebenfalls zugetan. Optimale Voraussetzungen um das Projekt gemeinsam anzugehen. Die meisten Songs dieses Albums wurden schon seit einiger Zeit bei diversen Gigs gespielt und waren in ihrem Ablauf gefestigt. Sicherlich auch ein Grund dafür dass „Prediction“ einen unverkennbaren Live-show Charakter mit auf den Weg bekommen hat. Mit 8 Songs inklusive Intro und Outro konnte man hier nicht unbedingt das Prädikat „Long player“ verleihen, aber mit nur 10 Studio-Produktionstagen stand auch nicht gerade viel Zeit zur Verfügung um eine Menge Sahnehäubchen zu platzieren. Dennoch war man mit dem Resultat mehr als zufrieden: es brachte am Ende sogar noch den heiß ersehnten Platten-Deal mit dem damals noch jungen Label AFM-Records ein. „Prediction“ erschien als Re-Release einige Zeit später europaweit. Nach dem Album hieß vor dem Album. Um im Gespräch zu bleiben musste man nun natürlich so schnell wie möglich nachlegen. Durch den erreichten Achtungserfolg beflügelt machte man sich umgehend an die Arbeit zu „Trapped in Anguish“. Damals, 1999, war die Technik noch nicht ganz so ausgereift wie heut zu Tage, wo man einen großen Teil zu Hause am Computer vorbereiten kann, es wurde noch ganz Oldschool gemeinsam im Proberaum komponiert. So dauerte es einige Zeit und es brauchte auch einiges an Blut und Tränen bis 9 neue Songs für die Records im Blue House Studio bereit standen. Auf dem Weg dahin musste man eine ziemlich lange Durststrecke ohne Sänger überstehen und man war mehr als froh dass Oli, nach langwieriger Krankheit, seine Stimmbänder wieder in den Griff bekommen konnte. Am Ende konnte man aber auch dieser Misere sogar noch etwas Positives abgewinnen, denn wer weiß ob es den fast 11 Minütigen Langstreckenepos „the Journey“ sonst gegeben hätte. Im Anschluss an die Produktion und Veröffentlichung von „Trapped in Anguish“ konnte man die Roadtauglichkeit der Songs bei einer kleinen Tour gemeinsam mit Squeeler, Steel Attack und Edguy in Deutschland und Frankreich testen. Es folgten noch diverse Shows wo man unter anderen mit U.D.O., Rage und Grave Digger die Bühne teilte, Bühnenerfahrung sammeln konnte und weiter reifte. 2001 stand dann mit „the golden Signs“ der bisher größte Erfolg von Voice in den Startlöchern. Auch wenn die letzten Songs für dieses Album erst kurz vor dem Studiotermin fertig wurden war man guter Dinge und vom Songmaterial mehr als überzeugt. Mit Stefan Schwarzmann hatte man zudem einen Drummer von Weltformat hinter den Kessel platzieren können. Accept, U.D.O, Running Wild, Krokus, Halloween waren nur einige seiner Stationen die er vor und nach der „The Golden Sign“ Produktion ansteuerte. Er schaffte es die anspruchsvoll arrangierten Songs in ein kompaktes Gehäuse zu packen und gab ihnen eine gute Portion Dynamik mit auf den Weg. Einige Zeit später führte Stefans Weg zu Helloween und an seine Stelle nahm Jens Kuge hinter den Kesseln Platz. Den einen oder anderen Insider der Berliner Metal- Szene ist Jens sicherlich aus seiner Zeit bei Regenbogen bekannt. Mit neun frisch komponierten Songs im Gepäck hieß es einige Zeit später wieder den Weg nach Meerane anzutreten. In der Zwischenzeit hatte man sich mit Jens Bachmann im Blue House Studio richtig eingegroovt und die Produktion ging flott von der Hand. Aber irgendwo am Horizont zeichnete es sich schon ab dass die Luft irgendwie raus war. Soulhunter war ein ordentliches Album, mit ansprechenden und abwechslungsreichen Songs, erreichte aber nicht die Klasse von „The Golden Signs“. Der Deal mit AFM war abgelaufen, es stand keine weiter Produktion an und die Interessen der einzelnen Band Mitglieder liefen auseinander. So war es nur eine Frage der Zeit bis die Band langsam auseinander bröselte. Es gab in diesem Sinne nie eine Auflösung der Band, das Projekt „Voice“ wurde wie man so schön sagt auf Eis gelegt, und das für 14 Jahre. Die Band Mitglieder gingen verschiedenste musikalische Wege, hatten sich aber nie aus den Augen verloren und am Ende fand man sich kurioser Weise in einer Cover-Band wieder zusammen und die Reunion von Voice war nur noch einen Steinwurf weit entfernt. Thommy Neuhierl war über die Jahre hinweg dem komponieren eigener Songs treu geblieben und hatte in der Zwischenzeit eine Menge Material gesammelt. So war man in der luxuriösen Lage unter vielen vorproduzierten Songs auswählen zu können. Hier und da musste man noch etwas Hand anlegen, aber im Großen und Ganzen stand mit 12 Songs das umfangreichste Voice Album „The Storm“ in den Startlöchern bereit. Oliver, Thommy und Sören wurden durch Stephan “Stocki” Stockburger an den Drums verstärkt. Welcher ein grandioses Feuerwerk bei den Records im Hannoveraner Horus Studio abbrannte. Gitarren, Bass, Keyords und Gesang konnte man in Eigenregie auf die Platine nageln, Endmix und Veredelung wurde dann wieder in die Hände von Mirko Hofmann gegeben. „The Storm“ wurde von vielen Fans freudig aufgenommen und die Band war sehr überrascht und dankbar, so viele positive Resonanzen nach so einer langen Zeit der Abwesenheit entgegen nehmen zu können. Für den weltweiten Vertrieb konnte man sich mit Massacre Records einig werden. Natürlich möchte man auch wieder Live-shows vom Stapel lassen, dafür, sowie auch für zukünftige Projekte konnte man Sven „Leo“ Leonhardt hinter den Drums willkommen heißen und an der zweiten Gitarre kehrte mit Rainer Wild ein Urgründungsmitglied der Band zurück. Die Reise ist noch nicht zu Ende „The Storm has just begun“